Wissen rund um den Lizenzverkauf
Was übertragbar ist, was ein Bestand wert ist und wie die Verwertung abläuft: die wichtigsten Begriffe und drei Ratgeber für Verkäufer, Verwalter und Liquidatoren.
Woran die Verwertung meistens scheitert
Fast alle verschenkten Lizenzwerte gehen auf vier vermeidbare Fehler zurück:
Der Bestand wird übersehen
Lizenzen stehen in keinem Anlagenverzeichnis und kleben an keiner Maschine. Bei Stilllegung, Umzug in die Cloud oder Abwicklung wandern sie unbeachtet in den Papierkorb, obwohl sie Geld wert sind.
Die Lizenzform wird verwechselt
Nur dauerhaft erworbene Lizenzen sind verkäuflich. Abonnements wie Microsoft 365 enden mit der Zahlung; wer beides nicht trennt, bewertet den Bestand falsch.
Die Unterlagen werden entsorgt
Rechnungen, Lizenzverträge und Portalzugänge belegen die Erwerbskette. Werden sie vor der Verwertung vernichtet oder die Server gelöscht, wird der Nachweis teuer oder unmöglich.
Es wird zu spät gemeldet
Kurz vor Fristende bleibt keine Zeit für Nachrecherche und Verhandlung. Eine frühe Meldung kostet nichts, bindet an nichts und sichert den geordneten Ablauf.
Drei Ratgeber für den Einstieg
Je nach Ausgangslage beantwortet einer dieser drei Texte die ersten Fragen: die Verwertung im Insolvenzverfahren, die Übertragbarkeit der Lizenzformen und die Preisbildung beim Verkauf.
Lizenzen aus der Insolvenz verwerten
Wann Lizenzen zur Masse gehören, was sie wert sind und wie die Verwertung ohne Bestandsliste gelingt. Für Verwalter geschrieben.
Welche Lizenzen sind übertragbar?
Dauerlizenz, Abonnement, OEM: woran Sie in den Unterlagen erkennen, was verkauft werden darf und was nicht.
Was ist der Bestand wert?
Welche Faktoren den Ankaufspreis bestimmen, was den Preis drückt und wie der Verkauf in vier Schritten abläuft.
Welche Nachweise zählen?
Rechnung, Lizenzvertrag, Portalauszug: welche Unterlagen der Verkauf braucht und was sich rekonstruieren lässt, wenn etwas fehlt.
Software richtig stilllegen
Was die Außerbetriebnahme beim Lizenzverkauf bedeutet, wann sie fällig ist und welche drei Fehler Sie vermeiden sollten.
Wenn Ihre Frage offen bleibt, stellen Sie sie uns direkt über das Formular. Sie erhalten eine Einschätzung, keine Verkaufsansprache.
Begriffe, die immer wieder auftauchen
Zwölf Begriffe reichen aus, um die meisten Lizenzunterlagen zu verstehen. Hier stehen sie in normaler Sprache.
Volumenlizenz
Eine Lizenz aus einem Sammelvertrag für mehrere Arbeitsplätze oder Server. Sie ist an das Unternehmen gebunden, nicht an ein Gerät, und deshalb im Grundsatz übertragbar.
Dauerlizenz
Einmal bezahlt, dauerhaft nutzbar. Das Gegenstück zum Abonnement. Nur eine Dauerlizenz geht in Ihr Eigentum über und kann später weiterverkauft werden.
Abonnement
Ein Nutzungsrecht auf Zeit gegen laufende Zahlung. Endet die Zahlung, endet das Recht. Ein Abonnement kann nicht gebraucht weiterverkauft werden.
Erschöpfungsgrundsatz
Der Rechtsgedanke, dass der Hersteller den Weiterverkauf nicht verbieten kann, nachdem er die Lizenz einmal dauerhaft verkauft hat. Grundlage des gesamten Gebrauchtmarkts.
Erwerbskette
Der dokumentierte Weg einer Lizenz vom Ersterwerb über alle Vorbesitzer bis zu Ihnen. Sie ist der Nachweis dafür, dass die Lizenz überhaupt übertragen werden durfte.
Außerbetriebnahme
Die vollständige Entfernung der Software beim Vorbesitzer, schriftlich bestätigt. Ohne diese Erklärung ist eine Weitergabe nicht wirksam, weil eine Lizenz nur einmal genutzt werden darf.
Zugriffslizenz
Die Erlaubnis für einen Nutzer oder ein Gerät, auf einen lizenzierten Server zuzugreifen. Sie kommt zur Serverlizenz hinzu und wird häufig übersehen.
Nutzer oder Gerät
Zugriffslizenzen gibt es in zwei Formen. Bei vielen Geräten je Person lohnt die Lizenzierung nach Nutzer, bei Schichtbetrieb an festen Rechnern eher die nach Gerät.
Kernbasierte Lizenzierung
Bei neueren Serverversionen richtet sich der Bedarf nach der Zahl der Prozessorkerne, meist mit einer festgelegten Mindestmenge je Server. Die Hardware bestimmt also mit, was lizenziert werden muss.
Downgrade-Recht
Die Erlaubnis, statt der lizenzierten Version eine ältere einzusetzen. Nützlich, wenn eine Fachanwendung eine bestimmte Version voraussetzt, die Lizenz aber neuer ist.
Support-Ende
Der Zeitpunkt, ab dem der Hersteller keine Sicherheitsupdates mehr liefert. Danach bleibt die Software nutzbar, ist aber ein wachsendes Risiko und häufig ein Prüfungsthema.
Lizenzaudit
Die Überprüfung, ob die eingesetzte Software durch Lizenzen gedeckt ist. Geprüft werden Ihre Nachweise, nicht Ihre Absicht. Deshalb entscheidet die Dokumentation, nicht die Erinnerung.
Frage offen geblieben?
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